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Freiwillige gesucht

Erste Nacht der Solidarität für Obdachlose in Berlin

Wohnungslosigkeit ist eine der großen Herausforderungen in Berlin. Rund 36.000 Menschen, die keine Wohnung haben, sind derzeit in Flüchtlingsheimen, Wohnungsloseneinrichtungen, Hostels oder Pensionen untergebracht – davon rund 2.400 in Zuständigkeit des Bezirksamtes Treptow-Köpenick. Wohnungslose haben Anspruch auf eine Unterbringung, und die Sozialen Wohnhilfen helfen allen, die untergebracht werden wollen. Die Lösung des Problems ist natürlich nicht das Obdachlosenheim oder die billige Pension. Die Lösung ist allein mehr bezahlbarer Wohnraum. Jahr für Jahr gelingt es uns in Treptow-Köpenick, für über hundertfünfzig Menschen – vorrangig Familien – Wohnungen zu finden. Eine weitere Aufgabe der Sozialen Wohnhilfen ist die Vermeidung von Wohnungsverlust; wir helfen hier bei Mietschulden oder angedrohten Kündigungen schon weit im Vorfeld. Die Spielräume bei der Übernahme von Kosten der Unterkunft sind dank der von Elke Breitenbach geführten Berliner Sozialverwaltung in den letzten Jahren deutlich erweitert worden. Darüber hinaus arbeitet meine Verwaltung zusammen mit der Senatssozialverwaltung gerade an einem Modellprojekt, über das wir wohnungslose Familien ­direkt in Wohnungen unterbringen ­können.

Viele Wohnungslose wollen oder können die Angebote der sozialen Wohnungshilfe nicht nutzen. Sie leben direkt auf der Straße. In Parks, Grünanlagen, Bauruinen und im Umfeld von Bahn­höfen ist das nicht zu übersehen. Schätzungen reichen von ca. 6.000 bis 10.000 obdachlosen Menschen in Berlin. Auch dem hat sich die von der LINKEN geführte Senatssozialverwaltung angenommen. Mit den neu etablierten Berliner Strategiekonferenzen zur Wohnungslosenhilfe werden hier bundesweit neue Maßstäbe gesetzt. Neben Tagestreffs – wie bei uns in Schöneweide und im Winter in Alt-Treptow – werden jetzt überall Straßensozialarbeiter/innen zur Unterstützung dieser Menschen eingesetzt. Die Plätze der Berliner Kälte­hilfe, die es bei uns aufgrund der Randlage nur in Alt-Treptow gibt, wurden auf mehr als 1.200 Plätze verdoppelt und die Betreuungszeiten ausgedehnt. Im nächsten Schritt der Umsetzung der neuen Berliner Wohnungslosenstrategie sollen die Angebote für Obdachlose passgenauer ausgerichtet werden. Dazu brauchen wir mehr Erkenntnisse über die Anzahl und Problemlagen der Betroffenen. Denn nicht alle Menschen, die man für Obdachlose hält, sind auch welche. So kommen viele der Menschen, die vorm Bahnhof Schöneweide lagern, aus betreuten Wohngruppen oder Wohnungsloseneinrichtungen in der Nähe. Deshalb plant Berlin eine Nacht der Solidarität vom 29. auf den 30. Januar 2020. In der Zeit von 22:00 bis 01:00 Uhr werden die obdachlosen Menschen gezählt, die sich trotz der Angebote der Sozialen Wohnhilfen und der Kältehilfe auf der Straße aufhalten. Geplant ist, in kleinen Teams im Vorfeld festgelegte Bereiche abzulaufen und wenn möglich die Menschen kurz zu befragen und über Hilfsangebote zu informieren.

Dabei setzt die Stadt aufs ehrenamtliche Engagement – natürlich professionell begleitet von SozialarbeiterInnen und MitarbeiterInnen der Verwaltung. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Jede Hand wird gebraucht. Wer helfen will, kann sich unter www.berlin.de/nacht-der-solidaritaet informieren und sich dort auch anmelden. Die Nacht wird mit vielen Informationen und Veranstaltungen über die prekäre Situation wohnungsloser Menschen begleitet.

Gernot Klemm

Stellvertretender
Bezirksbürgermeister und Leiter der Abteilung Soziales und Jugend (DIE LINKE)


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