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17% Altersarmut

Renten deutlich unter der Armutsgrenze

Wer im Jahr 2000 erstmalig Rente bekam und 35 Jahre versichert war, erhielt durchschnittlich 1.020 Euro. Um die Inflation auszugleichen, hätten sich die 1.020 Euro bis 2017 auf ca. 1.300 Euro erhöhen müssen. Tatsächlich bekamen Neurentner*innen mit 35 Beitragsjahren aber nur 880 Euro. Das entspricht einem Wertverlust von 33%! Grund hierfür ist die schrittweise Absenkung des Rentenniveaus von 53% im Jahr 2000 auf geplant 42% im Jahr 2040. Diese wurde von SPD und Grünen im Jahr 2001 beschlossen. Die dadurch bedingte Lücke sollte durch private Vorsorge geschlossen werden – bspw. durch „Riestern“.

Der Grundsicherungsbedarf für Rent­ner*innen lag im September 2018 bei durchschnittlich knapp 800 Euro. Kann man nun beruhigt sein, weil die Höhe der neuen Renten doch immerhin 80 Euro darüber liegt? Keinesfalls! Denn spätestens bei weniger als 1.000 Euro beginnt offiziell Armut.

Aktuell bekommen Neurentner*innen, sofern sie 35 Jahre rentenversichert waren, im Durchschnitt also Renten deutlich unter der Armutsgrenze. Und das Rentenniveau wird voraussichtlich weiter sinken – obwohl schon jetzt 17% aller Menschen über 65 arm sind. Es steht also außer Frage: Ohne weitreichenden rentenpolitischen Kurswechsel wird die Altersarmut kontinuierlich weiter ansteigen. Diese Entwicklung war Anlass für DIE LINKE Treptow Nord, den rentenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Matthias W. Birkwald einzuladen. In einem ausgesprochen kurzweiligen Vortrag legte er detailliert dar, warum die Rückkehr zu einem Rentenniveau von 53% im Zentrum LINKER Rentenpolitik stehen muss und auch finanzierbar ist: aktuell würde das jede/n Versicherte/n in Ostdeutschland durchschnittlich nur 28 Euro zusätzlich im Monat kosten. DIE LINKE schlägt ergänzend vor, die für die Riester-Vorsorge privat aufzubringenden Mittel – aktuell durchschnittlich 100 Euro pro Monat – ebenfalls in die gesetzliche Rente einzuspeisen. Netto würden somit die Beitragszahler*innen um durchschnittlich 72 Euro pro Monat entlastet. Alternativen, für die zu kämpfen sich lohnt, gibt es also, resümierte die moderierende Abgeordnete Katalin Gennburg.

Olaf Gerlach


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