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Danke Treptow-Köpenick, für dieses starke Ergebnis!

Dr. Alfred Salinger mit seinem Sohn Kurt

Vier neue Stolpersteine in Plänterwald

blättchen

Zum Gedenken an die vertriebene jüdische Familie Salinger

Am 7. November findet um 11 Uhr im Rathaus Treptow die traditionelle Matinee des Bundes der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow zum Gedenken an die Opfer der NS-Pogrome vom 9. und 10. November vor 88 Jahren statt. Dort wird die Historikerin und Autorin Susanne Heim über das „Niemandsland der Juden – Enteignung und Vertreibung der Juden im Jahr 1938 zwischen dem Anschluss Österreichs und den antisemitischen Novemberpogromen“ sprechen. Am Tag darauf wird die Erinnerung an entrechtete, verfolgte und vertriebene jüdische Bürger:innen konkret, wenn vor dem Haus Am Treptower Park 18 vier Stolpersteine für Familie Salinger verlegt werden.

Ab 1928 wohnte hier der Arzt Alfred Salinger zusammen mit seiner Frau Hildegard und den Kindern Rachel und Kurt. In der damaligen Berg- und heutigen Karl-Marx-Straße in Neukölln betrieb er eine Praxis für Beinleiden. Mit der Machtübernahme der Nazis änderte sich schlagartig das bürgerliche Leben der Familie. Kurt musste seine Oberschule in der Sonnenallee verlassen. Er machte eine Tischler-Lehre, deren Gesellenprüfung ihm jedoch wegen seiner jüdischen Herkunft verweigert wurde. Als Ausbilder in einer jüdischen Lehrwerkstatt und Funktionär in einem ebenso sozialistisch wie zionistisch bewegten Jugendverband bereitete Kurt viele Menschen auf ihre Emigration nach Palästina vor. Rachel wurde ebenfalls der Schule verwiesen.

1936 verließ sie Deutschland, zwei Jahre später folgten ihr auch Alfred und Hildegard. Kurt gelang noch 1939 unter abenteuerlichen Umständen die Flucht nach Palästina. In Tel Aviv behandelte Dr. Salinger jüdische und arabische Patienten. Kurt arbeitete bis zu seinem Tod 1999 in einem Kibbuz als Tischler und Innenarchitekt.

Zur feierlichen Verlegung der Stolpersteine für Familie Salinger am 8. November um 15 Uhr reisen Angehörige aus Israel an. Organisiert wird sie von der Stolperstein-Initiative des BdA Treptow. Beteiligt daran sind auch die Hausgemeinschaft Am Treptower Park 18 und das Ernst-Abbe-Gymnasium, dessen Klassenräume Kurt Salinger noch unter dem Namen „Karl-Marx-Schule“ bis 1933 besucht hatte.

Hannes Fischer


Dieser Artikel stammt aus dem “blättchen” vom Oktober 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

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