Ein (ver)sorgender Bezirk für Alle - Interview zum Bezirkswahlprogramm der Linken

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Clemens Kluck hat mit weiteren Parteimitgliedern in Programm-Werkstätten am neuen Wahlprogramm gefeilt und berichtet im Gespräch zu seiner Entstehung und thematischen Schwerpunkten.

Wie ist das Wahlprogramm der Linken für Treptow-Köpenick zustande gekommen?

Bei zwei Programm-Werkstätten haben sich unzählige Mitglieder aus unseren verschiedenen Ortsteilen getroffen. Wir waren so viele, dass wir über 15 Gruppen bilden konnten, die sich intensiv mit je einem politischen Themenfeld beschäftigt haben. Die dort entstandenen Texte wurden dann von einer bezirklichen Wahlprogrammkommission zu einem Gesamtprogramm zusammengefügt. Dieses wurde dann noch durch sinnvolle Ergänzungs- und Änderungsanträge angepasst. Dank dieses partizipativen Prozesses haben wir das Programm bei unserem Bezirksparteitag dann nahezu einstimmig beschlossen.

Gab es ein Thema, das allen am Bezirkswahlprogramm Beteiligten besonders wichtig war?

Wir haben im Wahlprogramm das Kapitel „Treptow-Köpenick – ein (ver)sorgender Bezirk für Alle“. Hier finden sich sehr viele Themen, die bei den Programm-Werkstätten besonders im Fokus standen, etwa Nahversorgung und Sorgearbeit. Nicht nur als flächenmäßig größter Bezirk stehen wir hier vor enormen Herausforderungen, sondern auch, weil Treptow-Köpenick sehr stark wächst und bei uns sehr viele ältere Menschen leben. Alle Nachbar:innen brauchen Lebensmittelläden, Ärztinnen und Apotheken, die sie fußläufig erreichen können. Dafür kämpfen wir bei uns in der Partei und das war im Programmprozess sehr stark zu spüren.

Welche Schwerpunkte sind seit 2023 neu in den Fokus gerückt und warum?

Die Weltlage hat sich seit 2023 noch einmal drastisch verschlechtert. Immer mehr Kriege und eine dazugehörige Aufrüstungsspirale sind allgegenwärtig. Und das spielt tatsächlich auch bei uns im Bezirkswahlprogramm eine große Rolle. Wir wollen Treptow-Köpenick als Bezirk des Friedens, der die zunehmende Militarisierung unseres Alltags nicht hinnimmt, sondern ganz bewusst das Zivile in den Fokus rückt. Bildung für Alle statt Bundeswehr im Klassenzimmer, Informationen für Hilfsbedürftige an den Bushaltestellen statt Karriere-Fishing der Bundeswehr und Unterstützung für Schutzsuchende statt Kriegsrhetorik.

Ein weiterer Schwerpunkt ist leider auch immer drängender: Armutsbetroffenheit. Immer mehr Nachbar*innen können sich die Mieten nicht mehr leisten und sind tagtäglich von massiv steigenden Preisen betroffen. Auch die Obdachlosigkeit im Bezirk nimmt sichtbar zu. Um hier gegenzusteuern, gibt es auch auf Bezirksebene einige Hebel: z.B. eine effektive Verfolgung von Mietwucher, Kiezkantinen mit günstigen Essensangeboten, Jugendhilfeeinrichtungen mit besserer personeller und finanzieller Ausstattung und eine Stärkung der Straßensozialarbeit. 


Dieser Artikel stammt aus dem “blättchen” vom April 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

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