Danke Treptow-Köpenick, für dieses starke Ergebnis!
Ein starkes Team für Treptow-Köpenick
Gespräch mit Carolin Weingart und Guido Filips, die von der Linken Treptow-Köpenick als Bezirksstadträtin und Bezirksbürgermeister vorgeschlagen sind.
Nach dem Wahlsieg in Treptow-Köpenick hat die Linke Treptow-Köpenick nicht nur die Möglichkeit, zwei Mitglieder ins Bezirksamt zu entsenden, sondern auch das Vorschlagsrecht für den Bezirksbürgermeister. Für dieses Amt hat die Linke nun Guido Filips, Mitglied des Bezirksvorstands und Leiter des Amts für Soziales in Marzahn-Hellersdorf, als Kandidaten auserkoren und setzt damit auf langjährige Verwaltungs- und Führungserfahrung. Carolin Weingart, seit 2021 Bezirksstadträtin der Linken und Leiterin der Abteilung Soziales, Gesundheit, Arbeit und Teilhabe im Bezirksamt Treptow-Köpenick, wurde für die kommende Legislaturperiode erneut als Bezirksstadtrats-Kandidatin nominiert. Am Abend ihrer Nominierung, sprachen die beiden über ihre Ausrichtung, Herausforderungen und Schwerpunkte für die kommenden Jahre.
Wie blickt ihr euren Aufgaben als Bezirksstadträtin und als Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick für die kommenden Jahre entgegen?
Carolin Weingart: Meine bisherige Tätigkeit als Bezirksstadträtin hat mir viel Freude bereitet und ich möchte meine begonnene Arbeit gerne fortsetzen. Ich habe viele engagierte Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen kennengelernt. Auch weiterhin möchte ich Treptow-Köpenick auf der politischen und Verwaltungsebene mitgestalten und die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger sowie die Beschlüsse der BVV in die Tat umsetzen. Im besten Fall gelingt das künftig gemeinsam mit einem linken Bezirksbürgermeister.
Guido Filips: Es ist eine große Chance, als stärkste Partei aus der Wahl hervorgegangen zu sein. Nun gilt es, möglichst viele Themen, die den Wählerinnen und Wählern wichtig sind, in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen. Ich freue mich darauf, habe aber auch sehr großen Respekt vor der Aufgabe, die vor uns liegt.
Was seht ihr als größte Herausforderung, die vor Treptow-Köpenick liegt?
Guido Filips: Wir sind ein stark wachsender, vielfältiger Bezirk mit vielen Herausforderungen in der Nahversorgung und sozialen Infrastruktur. Wenn unser Bezirk wächst, brauchen wir bezahlbare Wohnungen, Schulen und Orte, an denen man sich im Kiez treffen kann. Mir ist wichtig, dass die Menschen auch künftig ein Stück Grün vor der Haustür haben, wo Kinder spielen und Nachbarn sich einfach mal auf eine Bank setzen können. Gleichzeitig ist die Haushaltslage in den letzten Jahren in den Bezirken schwieriger geworden.
Carolin Weingart: Das stimmt, aber gerade in einem stark wachsenden Bezirk wäre es widersinnig, soziale Angebote zurückzufahren. Vielmehr müssen wir schauen: Wo sind die Angebote angesiedelt? Wie können wir sie besser verteilen und auch in der Fläche verfügbar machen? Als Linke haben wir uns dem Ziel verpflichtet, Kürzungen möglichst gar nicht erst zuzulassen. Mir ist allerdings bewusst, dass der Teufel oft im Detail steckt. Auf Landesebene soll ein Sozialpakt mit den Trägern geschlossen werden. Auf Grundlage eines solchen Konsenses müssen wir auch auf Bezirksebene eine verbindliche Zusammenarbeit gewährleisten – trotz knapper finanzieller Mittel und ohne mit dem Rotstift radikale Kürzungen vorzunehmen.
In deiner bisherigen Amtszeit als Bezirksstadträtin hast du einige Projekte vorangetrieben, Carolin. Welche sind dir am wichtigsten und wo möchtest Du dranbleiben?
Carolin Weingart: Da fällt es mir schwer, mich auf ein einzelnes Projekt festzulegen. Ein besonderer Schwerpunkt ist für mich die Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur, die mit dem starken Wachstum unseres Bezirks Schritt halten muss. Das betrifft sowohl junge als auch ältere Menschen. So möchte ich die elf kommunalen KIEZKLUBs im Bezirk erhalten und zukunftsfest machen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken und älteren Menschen attraktive Begegnungs- und Freizeitangebote zu ermöglichen. Im Bereich Gesundheit und Pflege möchte ich den Runden Tisch Pflege fortführen. Auf uns kommen zahlreiche neue Bundesgesetze zu. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns auf Bezirksebene mit den verschiedenen Akteuren und Betroffenen zusammenschließen und gemeinsam Antworten auf die Herausforderungen in der Pflege finden. Das Gleiche gilt für die ärztliche Versorgung. Mit der Praxis-Raumbörse haben wir bereits begonnen, Treptow-Köpenick für ärztliche Niederlassungen attraktiver zu machen. Daran müssen wir anknüpfen und weiterhin bezahlbare und geeignete Gewerbeimmobilien als mögliche Praxisstandorte vermitteln.
Guido, einer deiner Schwerpunkte ist bezahlbarer Wohnraum. Was kann da in der Bezirkspolitik konkret getan werden, wo ja vieles auf Landesebene entschieden wird?
Guido Filips: Bei größeren Bauvorhaben, für die der Bezirk neues Baurecht schafft, können wir mit den Bauherren über den Anteil an Sozialwohnungen verhandeln. Mein Ziel für die Kooperationsgespräche ist, bei solchen Vorhaben mindestens 50 Prozent Sozialwohnungen mit langfristig gebundenen Mieten zu erreichen. Für den Bau von Sozialwohnungen brauchen wir die Unterstützung des Landes. Dafür würde ich mich auch im Rat der Bürgermeister einsetzen. Und wenn Elif Eralp zur Regierenden Bürgermeisterin gewählt wird, möchte ich mit ihr daran arbeiten, dass auch bei uns in Treptow-Köpenick mehr bezahlbare Wohnungen entstehen.
Viele dieser Treptow-Köpenicker:innen engagieren sich im Ehrenamtlichen Dienst des Sozialamtes – wie motiviert man Menschen vor allem auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für solch ein Engagement, Carolin?
Carolin Weingart: In Treptow-Köpenick haben wir sogar berlinweit die meisten Ehrenamtlichen, die für das Amt für Soziales tätig sind. Ich glaube, der besondere Wert dieser Arbeit liegt vor allem in den persönlichen Begegnungen. Die Ehrenamtlichen besuchen Menschen zu Hause, lernen sie kennen und können im besten Fall dazu beitragen, ein soziales Netz aufzubauen. Gleichzeitig kommen sie mit anderen Ehrenamtlichen ihrer Gruppe in Kontakt. Das ist im besten Fall eine Form der Prävention – für die Menschen, die sie unterstützen, aber auch für die Ehrenamtlichen selbst. Ich freue mich sehr, dass dieses Engagement so gut angenommen wird, und hoffe, dass wir es auch künftig fortführen können. Natürlich muss man den Ehrenamtlichen dafür auch etwas bieten. Ganz wichtig ist: Ehrenamt braucht Hauptamt, das die Arbeit koordiniert und unterstützt. Wir organisieren deshalb Weiterbildungsangebote und Dankeschön-Veranstaltungen.
Bei den Wahlen zur BVV Treptow-Köpenick ist auch die AfD deutlich erstarkt. Wie wirst du als Bezirksbürgermeister damit umgehen, Guido?
Guido Filips: Als Linker sehe ich den Stimmenzuwachs der AfD mit Sorge. Als Bezirksbürgermeister wäre ich für alle Menschen in Treptow-Köpenick da, ganz gleich, wen sie gewählt haben. Mir geht es um die Lösung konkreter Probleme. Mein Herz schlägt links, dazu zählt auch eine antifaschistische Haltung um Demokratie und Menschenwürde zu schützen. Eine politische Zusammenarbeit mit organisierten Rechtsextremen kommt für mich nicht infrage.
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