Unvergessener NS-Terror - Gedenken an die Köpenicker Blutwoche
Am 21. Juni 1933 begannen SA-Stürme aus Köpenick sowie der einschlägig bekannte „Mordsturm 33“ aus Charlottenburg mit Verhaftungen, Folterungen und der Ermordung von politischen Gegner:innen in Köpenick. Allein an diesem Tag wurden ca. 200 Menschen gefoltert. Schätzungen nach sollen es in dem bis zum 26. Juni 1933 anhaltenden Blutbad insgesamt rund 500 gewesen sein. Die großangelegte Gewaltaktion ging als „Köpenicker Blutwoche“ in die Geschichte ein.
Bisher sind über 130 der Folteropfer namentlich bekannt – dazu gehörten neben anderen: Karl Ehrke, Kurt Hagener, Otto Heinrich, Walter Ludwig, Kurt Magdeburg, Karl Pokern, Otto Steinbock, Wilhelm Wehberg, Richard Aßmann, die im SA-Sturmlokal Seestraße (heute Müggelseedamm 132) auf grausamste Weise misshandelt wurden. Mindestens 23 Menschen starben innerhalb der Köpenicker Blutwoche. Ihre Schicksale sind in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche in der Puchanstraße 12 dokumentiert.
Zur Erinnerung an die Opfer der Köpenicker Blutwoche lädt die Basisorganisation Friedrichshagen der Linken am 21. Juni 2026, um 11.00 Uhr zu einem Gedenkspaziergang ein. Dieser startet am Wohnhaus von Richard Aßmann in der Aßmannstraße 46, es geht dann zum Grab von Karl Pokern auf dem Friedhof Friedrichshagen und abschließend zur ehemaligen Folterstätte Müggelseedamm 132.
Es empfiehlt sich auch ein Besuch in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche:
Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche
Puchanstraße 12
12555 Berlin
Öffnungszeiten:
Di und Do: 10 – 18 Uhr
Sa und So: 14 – 18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Dieser Artikel stammt aus dem “blättchen” vom April 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

