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Philipp Wohlfeil

Prävention statt Reaktion - Entwicklung eines präventiven Konzepts zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners

Antrag, interfraktionell mit SPD

Drucksache: 


Das Bezirksamt wird ersucht, ein bezirkliches Konzept zur präventiven Eindämmung und zum Management des Eichenprozessionsspinners auf bezirklichen Flächen zu entwickeln und umzusetzen.

 

Dabei sind insbesondere

  • die Förderung natürlicher Gegenspieler im Rahmen eines ökologischen Grünflächenmanagements,
  • der Einsatz biologischer bzw. umweltverträglicher Bekämpfungsmethoden, soweit diese nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand fachlich geeignet, wirksam und rechtlich zulässig sind,
  • weitere geeignete und umweltverträgliche Präventionsmaßnahmen sowie
  • eine regelmäßige Erfassung und Bewertung der Befallssituation, beispielsweise durch ein Monitoring gefährdeter Eichenbestände,

zu berücksichtigen.

Das Konzept soll insbesondere auf den Schutz der Bevölkerung und der Beschäftigten, die frühzeitige Erkennung und Bewertung von Befallsrisiken, die Verringerung des Befallsdrucks sowie die möglichst gezielte und effiziente Durchführung notwendiger Bekämpfungsmaßnahmen ausgerichtet sein.

Dabei sollen insbesondere besonders sensible und stark frequentierte Wege und Grünanlagen berücksichtigt werden.

Bei der Umsetzung sind Fördermöglichkeiten des Landes Berlin, soweit entsprechende Programme bestehen, sowie bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse und geeignete Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Naturschutzverbänden zu berücksichtigen.

Begründung:

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich infolge klimatischer Veränderungen zunehmend aus und stellt aufgrund seiner Brennhaare eine erhebliche Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung dar. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen sowie Beschäftigte in den Grünflächenämtern. Wiederkehrende Sperrungen von Spielplätzen, Parks und Wegen beeinträchtigen zudem die Nutzung öffentlicher Grünanlagen.

Die Bekämpfung erfordert vielfach Maßnahmen nach der Feststellung eines konkreten Befalls. Ein frühzeitiges und systematisches Vorgehen kann dazu beitragen, Befallsrisiken besser einzuschätzen, besonders sensible Bereiche zu schützen und notwendige Bekämpfungsmaßnahmen gezielter einzusetzen.

Ein präventives Management bietet die Möglichkeit, Befallsstärken frühzeitig zu erkennen und Risiken für die Bevölkerung zu minimieren. Hierzu gehören ein systematisches Monitoring gefährdeter Eichenbestände, die Förderung natürlicher Gegenspieler sowie die Prüfung geeigneter biologischer und weiterer umweltverträglicher Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen nach fachlicher Bewertung.

Mit dem Antrag soll das Bezirksamt daher ersucht werden, eine langfristige, nachhaltige und wirtschaftliche Strategie zur Prävention und zum Management des Eichenprozessionsspinners zu entwickeln und schrittweise umzusetzen. Ziel ist es, den Gesundheits- und Umweltschutz im Bezirk zu stärken, Risiken frühzeitig zu erkennen und die öffentlichen Grünanlagen möglichst dauerhaft sicher nutzbar zu halten.

Ansprechpartner
Philipp Wohlfeil

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