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Die Linke an den Haustüren

Klingeln, zuhören, informieren

blättchen

Report: Die Linke an den Haustüren in Oberschöneweide

„Ich habe 47 Jahre gearbeitet und jetzt reicht das Geld nicht für die Miete“, erzählt Frau Schmidt*. Die Rentnerin steckt gerade mitten in den Umzugsvorbereitungen, als Danijela und Hans von Die Linke bei ihr klingeln. Der Umzug ist alles andere als freiwillig: Seitdem sie im wohlverdienten Ruhestand ist, sei die Wohnung „wirklich nicht mehr bezahlbar“. Im Osten aufgewachsen, hat Frau Schmidt als alleinerziehende Mutter einen Sohn großgezogen, ein Studium absolviert und ein langes Berufsleben vorzuweisen. Doch ihre Wohnung in Oberschöneweide gehört dem privaten Wohnungsriesen Vonovia SE.

Den Frust, dass sich Frau Schmidt nach ihrer Lebensleistung keine kleine Wohnung bei dem Konzern leisten kann, teilen die beiden Parteimitglieder. Zusammen mit rund 20 Aktiven klingeln sie an diesem grauen Samstagnachmittag im März an den Haustüren des Ortsteils – bei den Unternehmen Vonovia, Covivo, Heimstaden und bei privaten Studierendenwohnheimen. „Wir wollen die Mieter:innen mal fragen, wo so der Schuh drückt“, erklärt Danijela. Sie ist seit einem halben Jahr in der Partei und engagiert sich seit einigen Monaten in der Haustür-Arbeitsgemeinschaft der Partei. Heute übernimmt sie die Einführung, die vor jedem Einsatz stattfindet und bereitet die Teilnehmenden auf die Gespräche mit den Mieter:innen vor. Hans Kromrey ist hingegen langjähriges Parteimitglied und war schon an vielen Haustüren. Der Richter tritt im benachbarten Wahlkreis für das Abgeordnetenhaus an und ist heute nach Oberschöneweide gekommen, um die Aktion zu unterstützen. Stimmen für sich kann er damit nicht holen, aber darum geht es ihm auch nicht. Vielmehr möchte er zuhören und sich für ein bezahlbares Berlin für alle stark machen.

An den Türen informieren Danijela und Hans die Mieter:innen auch über die kostenlosen Rechts- und Beratungsangebote von „Die Linke hilft“. Damit unterstützt die Partei alle Interessierten in vielerlei Situationen – etwa bei Ärger mit dem Vermieter, Ämtern oder bei Problemen in der Schule. Daneben sammeln sie Unterschriften für die Petition „Berlin bezahlbar machen“. Die Forderungen sind klar: Erstens soll eine Taskforce beim Senat gebildet werden, die konsequent gegen Mietwucher vorgeht. Denn viele Vermieter verlangen deutlich mehr Miete als gesetzlich erlaubt ist. Zweitens soll es einen Mietendeckel für die rund 400.000 Wohnungen in kommunaler Hand geben. Drittens soll der erfolgreiche Volksentscheid von 2021 „Deutsche Wohnen und Co enteignen“ – aktuell vom Senat unter Kai Wegner (CDU) blockiert – endlich umgesetzt werden. Diese Maßnahmen würden hunderttausenden Berliner:innen helfen, so auch Frau Schmidt. Ihr zufolge war ihre Wohnung bezahlbar, bis Vonovia diese gekauft hatte. Das ist nicht überraschend: Vonovia und Co. wollen mit Wohnungen Profit erwirtschaften. Mit der Umsetzung des Volksentscheids würde auch die Wohnung von Frau Schmidt in die Hände eines gemeinnützigen Unternehmens übergehen. Durch die Vergesellschaftung und Übertragung an diese öffentliche Anstalt werden die Wohnungen Teil der Daseinsvorsorge. Sie müssen dann keinen Gewinn mehr abwerfen und der Preistreiberei wäre ein Riegel vorgeschoben.

Hierfür kann sich die Rentnerin begeistern und unterschreibt eine Petition. Sie betont zudem, wie wichtig es ihr ist, trotz all der Widrigkeiten nicht die Lebensfreude zu verlieren. Zum Abschied dankt sie Danijela und Hans für ihr Engagement. Das herzliche und bewegende Gespräch hallt auch noch nach, als die beiden den anderen Aktiven beim gemeinsamen Abendessen von der Unterhaltung berichten.

* Name von der Redaktion auf Wunsch geändert.


Dieser Artikel stammt aus dem “blättchen” vom April 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

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