Initiative gegen Leerstand - Ideen zur weiteren Nutzung des Cinestar-Kinos

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Wieder einmal droht mitten in einem lebendigen Stadtteil jahrelanger Leerstand: Das Cinestar am Treptower Park steht vor dem Aus und der Eigentümer hat laut einer Bauvoranfrage Pläne zum Hotelumbau. Der Standort direkt an der neuen Autobahnabfahrt dürfte allerdings wohl kaum für eine Großbaustelle in Frage kommen, erst recht nicht, sollte der von der CDU vorangetriebene nächste Bauabschnitt der A100 Wirklichkeit werden. Um den drohenden schleichenden Verfall des Gebäudes zu verhindern, hat sich die Kino-Belegschaft nun mit Unterstützung einer AG der Linken im Bezirk Gedanken um die Zukunft der blauen Traumfabrik gemacht. Statt Leerstand oder Hotelkomplex soll hier in der Zeit nach Cinestar ein Kultur- und Gemeinschaftsort für die Nachbar*innen im Treptower Norden entstehen.

Ein Gespräch mit Kino-Betriebsrat Matthias Eckhardt:

Matthias, wie groß ist die aktuelle  Kino-Belegschaft?

Wir sind aktuell 30 Mitarbeitende. Ca. die Hälfte setzt sich aktiv in ihrer Freizeit für einen Weiterbetrieb in neuer Form ein.

Welchen Wert hat der Ort für  die Menschen im Kiez?

Einige von uns arbeiten schon seit Beginn (1999) hier im Kino. Ebenso gibt es auch viele Besucher:innen, die schon als Kinder hier waren und heute mit ihren eigenen Kindern zu uns kommen. Die Leute schätzen die ruhigere und familiäre Atmosphäre sowie die Nähe und gute Anbindung und haben viele schöne Erinnerungen an diesen Ort.

Was gibt es für Ideen, um die 9 Kinosäle und Foyer-Flächen mit Leben zu füllen?

Vor allem auf unserer Veranstaltung zum Austausch mit der Nachbarschaft haben sich zahlreiche Ideen manifestiert. Ein zentrales Motiv war bei nahezu allen Ideen, einen „Ort der Begegnung“ zu erhalten und diesen auch barrierearm zu gestalten, also leicht zu erreichen und bezahlbar für alle. Konkret wurden neben einem Kinoweiterbetrieb, Theater, Konzert- und Proberäume, gastronomische Angebote sowie mehr Möglichkeiten für Jugendliche am häufigsten genannt. Zudem fielen Stichworte wie Kiezküche, Escaperooms, Boulderhalle und Kooperationen mit Bildungseinrichtungen wie Filmhochschulen.

Wie ist die bisherige Resonanz  auf euer Projekt?

Die Resonanz auf unserer ersten Veranstaltung und in zahlreichen Gesprächen ist sehr positiv, interessiert und zugewandt. Viele sind im ersten Moment geschockt über die bevorstehende Schließung und die Hotelpläne. Es gibt eine sehr große Offenheit für die Idee, die dem Projekt zugrunde liegt, nämlich mehr Einfluss auf die Entwicklung des Kiezes und die Gestaltung großer Räume zu nehmen.


Dieser Artikel stammt aus dem blättchen vom Oktober 2025. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

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