Eine neue Traumfabrik Treptow?
Konzept sieht Zwischennutzung des Cinestar vor
Im Kino am Treptower Park sind seit dem 11. Januar die Projektoren erloschen. Nun scheint das Befürchtete zu folgen: Leerstand mitten im lebendigen Kiez. Doch die Initiative Traumfabrik Treptow – ein Zusammenschluss aus ehemaligen Kino-Mitarbeiter:innen und Nachbar:innen – gibt den Kampf um den Erhalt des Kinos als Kultur- und Gemeinschaftsort nicht auf. Mit drei Kinoabenden noch während des Cinestar-Betriebs konnte die Initiative zeigen, dass volle Kinosäle mit einem diversen Programm und sozial gestaffelten Eintrittspreisen möglich sind. Damit es auch nach dem Cinestar-Aus weitergeht, hat die Initiative dem Eigentümer des Gebäudes ein konkretes Angebot vorgelegt: Kulturbetrieb in einem abtrennbaren Teil des Gebäudes in einer Pilotphase bis Ende 2026. Anschließend soll das gesamte Gebäude mit einem Mischkonzept aus kulturellen und sozialen Elementen bespielt werden. Für mindestens drei Jahre soll so die Traumfabrik Treptow als kulturelle Zwischennutzung Wirklichkeit werden. Das als Kino erbaute Gebäude könnte damit in seiner jetzigen Form bestehen bleiben.
Pläne für einen Umbau zum Hotel erscheinen aufgrund der unklaren Situation rund um den möglichen Weiterbau der A100 und das jetzt schon immense Verkehrschaos durch die Autobahnabfahrt am Treptower Park für den Gebäudeeigentümer ohnehin nicht realistisch. Ein andererseits drohender jahrelanger Leerstand würde der Nachbarschaft eine riesige Gemeinschaftsfläche entziehen.
Auf ebenjene zielen die Pläne der Traumfabrik Treptow ab: Das Gebäude soll mittelfristig nicht nur ein Ort für einen Kinobetrieb und verschiedenste Kultur-Formen sein, sondern auch ein Begegnungsort für die Menschen aus den umliegenden Bezirken Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Auf einer offenen Versammlung im Sommer 2025 wurden zahlreiche inhaltliche Ideen entwickelt: Von bezahlbarer Kiezküche über Foyerflächen ohne Verzehrzwang bis hin zu Sozialberatungen gibt es viele verschiedene Wünsche der Anwohner:innen. Hinzu kommen die zahlreichen Nebenräume, die auch als Proberäume, Studios und Ateliers genutzt werden könnten.
Wie groß der Bedarf für solche Räume in der Stadt ist, zeigte sich bei einem offenen Netzwerktreffen der Initiative Ende Januar: Über 50 Interessierte kamen dort zusammen, um sich über das vorgelegte Konzept der Traumfabrik Treptow zu informieren und sich für eine mögliche Raumvergabe vormerken zu lassen. Für einen anvisierten Start zum 1. März gibt es damit schon eine lange Liste an potenziellen Nutzer:innen, die schnell aktiviert werden können.
Mitten in einem lebendigen Kiez und direkt neben dem S-Bahnhof Treptower Park gelegen, könnte es also, mehrere Jahrzehnte nach dem Ende der Johannisthalter Filmstudios, bald wieder eine Traumfabrik Treptow geben.
Autor: Clemens Kluck
Dieser Artikel stammt aus dem blättchen vom Februar 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

