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Aus deem Rathaus

Schöneweide hipp, aber bezahlbar

Gregor Gysi, Klaus Lederer, Philipp Wohlfeil
Bärenquell, Standort Revier Südost

Club in der ehemaligen Bärenquellbrauerei

Das fällt in Schöneweide schon auf. Gerade am Wochenende ziehen in den letzten Wochen meist in schwarz gekleidete junge Menschen vom Bahnhof an den großen ­Einzelhandelsmärkten vorbei zur alten Bärenquellbrauerei in der Schnellerstraße.

Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi und Kultursenator Klaus Lederer besuchte Vorsitzende der BVV-Fraktion DIE LINKE, Philipp Wohlfeil, das Revier Südost, allerdings außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Dafür führte sie David Ciura durch Gebäude und über Freiflächen. Der Club wurde von den Betreiber:innen der ehemaligen Griessmühle in Neukölln gegründet. Die Szene wird zunehmend aus der Innenstadt verdrängt, weil die Eigentü­mer:in­nen dort lukrativere Verwertungsmöglichkeiten sehen. Das ist ein Problem. Gerade wegen des Nachtlebens ist Berlin beliebt. Das ist ein kultureller, aber eben auch ein wirtschaftlicher Faktor.

Der neue großzügige Standort in Schöneweide bietet mit dem Charme der industriellen Bebauung des 19. Jahrhunderts mehr als eine Gelegenheit. Am 1. April 1994 wurde hier das letzte Bier produziert. Seitdem dämmerte das Gelände vor sich hin, zog aber immer auch wieder Schaulustige an, die sich Zutritt zu den Gebäuden verschafften. Neben den Tanzflächen gibt es jetzt einen Biergarten, Freiluftkino und sonnabends einen Markt, der sich an breites Publikum vor allem auch aus Schöneweide und Johannisthal richtet. Konfliktfrei geht es aber auch hier nicht zu. Anwohner:innen hatten sich über Lärmbelästung durch die Technomusik beschwert, wonach sich Wohlfeil während der Besichtigung auch erkundigte. Den Politikern wurden die Dämmmatten gezeigt, die den Schall schlucken sollen. Im Wesentlichen wurde aber die Ausrichtung der Tanzfläche und der Beschallung geändert, sodass jetzt alle Vorgaben eingehalten werden können.

Zuletzt wurden von einem Gast Vorwürfe gegen den Klub erhoben, weil er sich von einem Mitarbeiter rassistisch und homophob behandelt fühlte und dies in einem Video öffentlich gemacht hat. Das Revier Südost sagte darauf Veranstaltungen ab, versprach Aufklärung und Gespräche mit Mitarbeiter:innen und dem Gast. „Gemeinsam werden wir weiter daran arbeiten, unserem Anspruch eines Safespace gerecht zu werden: für jeden Gast, bei jedem Event“, heißt es dazu auf der Internetseite. Schon am Eingang signalisieren Regenbogenfahnen, dass Vielfalt hier zu Hause ist. Vor dem CSD fand ein queermarket bewusst für die LGBTQI-community statt. Will das Revier Südost Glaubwürdigkeit nicht verspielen, wird es diese Vorwürfe ausräumen.

„Schöneweide ist für den Club eine Chance, aber natürlich auch andersherum. Deshalb wollen wir solche Orte sichern, denn Verdrängung betrifft eben nicht nur Menschen, die in Mietwohnungen leben, sondern auch die Kultur“, stellt Wohlfeil fest. Es müsse verhindert werden, dass die Entwicklung der Innenstadt sich hier wiederholt. „Wir wollen lebendige Kieze mit Studierenden und Kultur, aber eben auch mit den Alteingesessenen und bezahlbaren Mieten.


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 02.09.2021

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