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Aus dem Rathaus

Brauerei-Areal wird denkmalgerecht saniert

Bärenquell - denkmalgeschützte Gebäude Foto: Bernhard Brügger

Neue Heimat für eine private Hochschule

Die roten Backsteinhäuser trotz­ten Weltkriegsbomben und jahrzehntelangem Siechtum: Jetzt soll die ehemalige Bärenquell-Brauerei in Niederschöneweide denkmalgerecht restauriert werden. Laut Medienberichten sind für das historische Areal in den kommenden fünf Jahren Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro vorgesehen.

Der 40.000 qm² große Industriestandort zwischen Schnellerstraße und Spree hat eine traditionsreiche Geschichte: Von 1882 bis 1994 wurde hier Bier gebraut. Nach der Werksschließung durch den letzten Betreiber, die Schultheiss-Brauerei, fand sich kein investitionswilliger Käufer für das Gebäude-Ensemble aus rotem Backstein. Es folgten mehrere Besitzerwechsel – bis Ofer Haver, Geschäftsführer der Home Center Management (HCM 365), das Industrie-­Juwel aus der Gründerzeit entdeckte. Der aus Tel Aviv stammende Projektentwickler ließ zwei städtebauliche Studien zum Standort erstellen, die auf eine ­vorrangig gewerbliche Ausrichtung, ergänzt um Kunst, Kultur und Gastronomie ausgerichtet waren. Mit Sergei Tchoban, Jochen Klein und Frank Reckow holte Ofer Haver drei erfahrene Architekten an Bord.

Sie stehen vor der Herausforderung, das nach außen verschlossen wirkende Areal, für den Publikumsverkehr von der Schnellerstraße bis hin zur vorgesehenen Spreepromenade zu öffnen. Um eine Nutzfläche von 100.000 qm zu erzielen, sind zudem Ergänzungsbauten geplant – so zum Beispiel beim alten Lager- und Gärkeller. Und es soll auch wieder Bier gebraut werden: Eine Biermanufaktur mit Museum und Gastronomiebereich weckt Erinnerungen an die Schankwirtschaft mit Biergarten, die es früher einmal an der Spree gegeben hat. Ehrgeizige Pläne verfolgt Projektentwickler Ofen Hava laut Medienberichten zudem für Kultur und Bildung: So soll das Bärenquell-Gelände die neue Heimat für eine Bühnenshow undfür eine private Hochschule werden. Letztere könnte Platz für bis zu 1.200 Studierende bieten.

Die ersten Bauanträge sind laut Bezirksstadtbaurat Rainer Hölmer bereits gestellt: Das ehemalige Maschinen- und Sudhaus (Haus A und L), das aus zwei- bis sechsgeschossigen Gebäudeteilen besteht, solle einen eingeschossigen Glasanbau zur Erweiterung der Verkaufsbereiche für den Einzelhandel auf 1.100 qm erhalten. Weiterhin würden hier 1.200 qm Eventfläche und 2.000 qm Büro geplant. Für das frühere dreigeschossige Verwaltungsgebäude (Haus J) seien über 550 qm Gastronomieflächen mit 134 Sitzplätzen sowie mehr als 400 qm Büros vorgesehen. Ebenfalls über 400 qm Office-Bereiche würden im ehemaligen Beamtenwohnhaus (Haus K) in die Planung aufgenommen.

Die Herstellungskosten für die Häuser A, L, K und J lägen bei 9,4 Millionen Euro. „Das Bezirksamt hat keine Kenntnis darüber, wann mit der Fertigstellung oder Nutzung der Gebäude gerechnet wird“, so Hölmer. Es sei aber ein zügiger Beginn der Baumaßnahmen für die Häuser beabsichtigt.

Im Gegensatz zu früheren Planungen sollen die historischen Gebäude auch im vorderen Grundstücksteil erhalten, restauriert und revitalisiert werden. Hölmer bezieht sich damit aufdas Vorhaben der Bauhaus-Baumarktkette im Jahr 2013, die einen Teil des Gebäude-Ensembles für Parkplätze abreißen lassen wollte.

Mit dem neuen ­Investor steht fest: „Der denkmalgeschützte Gebäudebestand soll weitest­­gehend erhalten bleiben.“ Dazu seien umfangreiche Abstimmungen mit den Denkmalbehörden geführt worden.

Bernhard Brügger


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 05.03.2020

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