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Für die Wärmeversorgung des Neubaugebiets Parkquartier soll zunächst ein Heizcontainer aufgestellt werden.

Aus dem Rathaus

"Benachrichtigung nicht vorgesehen"

Heizcontainer sorgt für offene Fragen 

Eigentlich sollte das Neubaugebiet Park­­quartier in der Semmelweisstraße an das Fernwärmenetz vom Betreiber BTB angeschossen werden. Wie nun auf Anfrage des Bezirksverordneten Tino ­Oestreich herauskam, plant das Versorgungsunternehmen wegen Verzö­ge­run­gen beim Leitungsbau zunächst einen mit Erdgas betriebenen Heizcontainer aufzustellen – unweit der Wohngebäude in der Semmelweisstraße. 

„Ich empfinde dies als ziemliche Frechheit“, kritisiert Oestreich. Denn die Pläne wurden geschmiedet, ohne Anwohner und Öffentlichkeit zu informieren. „Bislang gibt es keine Aussagen zu Lärm- oder Abgas-Emissionen, die künftig die Menschen hier belasten“, berichtet Oestreich. Auch Containergröße und Schornsteinhöhe sind offen: „Die Maße, inklusive Schornsteinhöhe, können wir noch nicht benennen, da wir noch im Auswahlverfahren sind“, sagt Andreas Jessel, Leiter Stabsstelle Marketing + Kommunikation bei der BTB GmbH. Der Heizcontainer sei mit einem Baucontainer vergleichbar. 

Viel Zeit für die Auswahl bleibt nicht: „Der Heizcontainer wird voraussichtlich mit Beginn der Heizsaison 2018 aufgestellt“, so Jessel. Aufstellort soll nahe dem Parkquartier sein. Eine Angabe könne erst nach Abschluss der Planungen erfolgen. Oestreich befürchtet, dass der Heizcontainer sehr dicht an den Ein- und Mehrfamilienhäuern in der Semmelweisstraße errichtet wird.

Vom Bauherrn der 80 Eigentumswohnungen und Reihenhäuser sowie von der BTB GmbH wird der Heizcontainer nur als Übergangslösung für das Parkquartier betrachtet. Die zukünftige Versorgung mit Fernwärme sei Wunsch des Kunden. Denn: „Die Klimabilanz unserer Fernwärme ist hervorragend, da sie überwiegend in effizienter Kraft-Wärme-Kopplungstechnologie erzeugt wird und einen in Berlin fast konkurrenzlos niedrigen Primärenergiefaktor von 0,25 hat.“ 

Die Anschlussarbeiten sind aber dazu laut Jessel noch nicht vollständig genehmigt worden. 

„Über die maximale Nutzungsdauer des Heizcontainers liegen keine gesicherten Informationen vor, da dies von Dritten, das heißt, anderen Leitungsverwaltungen abhängig ist“, so Bezirksstadtbaurat Rainer Hölmer zur Anfrage von Tino Oestreich. Der Bezirksverordnete fürchtet daher, dass das Provisorium zu einer permanenten Zwischenlösung avancieren könnte. 

Exakte Zahlen zu Lärm und Abgasen liegen noch nicht vor: „Die temporäre Versorgungslösung wird den Straßenraum nicht behindern und keine nennenswerten Lärm- und Schadstoffemissionen produzieren“, so Jessel. Hölmer stellt fest: „Nach derzeitigem Kenntnisstand werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Emissionen – TA Luft und TA Lärm – eingehalten.“ 

Und wann hätten die Anwohner vom Heizcontainer in ihrer Nachbarschaft erfahren? „Wohl erst nachdem er aufgestellt wurde“, stellt Oestreich ernüchternd fest. „Nach Auskunft des Betreibers BTB GmbH plant dieser derzeit keine Information der Anlieger“, berichtet Hölmer. Jessel bestätigt: „Eine Benachrichtigung ist nicht vorgesehen.“

 

Bernhard Brügger


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