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65. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus

Antrag (interfraktionell)

Antrag (interfraktionell)

 

Das Bezirksamt wird ersucht, in Zusammenarbeit mit der Bezirksverordnetenversammlung und demokratischen Vereinen im Bezirk aktiv an den 65. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zu erinnern, die Organisation von Veranstaltungen zu diesem Jahrestag zu unterstützen und zu prüfen, ob ein erneuter Halt des „Zugs der Erinnerung“ im Bezirk ermöglicht werden kann. 

 

Begründung:

Mit dem Sieg der alliierten Streitkräfte, der durch den Einzug der Roten Armee in Berlin vollendet wurde, und der darauf folgenden bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Deutschland von der mehr als zwölf Jahre andauernden nationalsozialistischen Herrschaft befreit. Von Beginn an gründete sich diese auf Gewalt und Unterdrückung. Die Ereignisse der „Köpenicker Blutwoche“ waren ein früher Exzess gegen politische Gegnerinnen und Gegner im Bezirk. Der Nationalsozialismus mündete im Zweiten Weltkrieg, der rund 50 Millionen Menschen das Leben kostete und für andere Flucht und Vertreibung bedeutete. Geiselerschießungen, die Beteiligung am Völkermord, die Bombardierung europäischer Städte, die Ausbeutung und die Plünderung der besetzten Länder, die Versklavung von Millionen Menschen zur Zwangsarbeit, eine Politik der verbrannten Erde und die menschenverachtende Behandlung von insbesondere osteuropäischen Kriegsgefangenen kennzeichneten die rücksichtlose und erbarmungslose deutsche Kriegsführung. Im Schatten der Front wütete die  Shoa, der etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden und Sinti und Roma in einem historisch singulären industriell durchgeführten Völkermord zum Opfer fielen. In den Konzentrationslagern starben zudem Tausende Kommunistinnen und Kommunisten, Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, Homosexuelle, religiös Verfolgte und Kriegsgefangene.

Der von Deutschland entfesselte Krieg schlug brutal auf die deutsche Bevölkerung zurück. Die Folgen waren Zerstörungen vieler deutscher Städte, der Verlust von Heimat, die Teilung des Landes, unzählige Vergewaltigungen, Krankheiten und Hunger. Am 8. Mai 1945 konnte das Leid nicht unmittelbar beendet sein, aber der Tag steht für eine historische Zäsur, die Befreiung vom Nationalsozialismus und den Beginn des Wieder- und Neuaufbaus.

Ab Ende April 1945 waren schrittweise die Ortsteile von Treptow und Köpenick von der vorrückenden Roten Armee in verlustreichen Kämpfen eingenommen worden. An die Befreiung erinnern Veranstaltungen der Ortsgruppen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten am 23. April um 17 Uhr auf dem Platz des 23. April, und am 8. Mai um 17 Uhr am Treptower Ehrenmal und weitere Gedenkstunden von Bürgervereinen, zum Beispiel am 24. April um 10 Uhr auf dem Platz der Befreiung in Adlershof. Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung sollten zur Beteiligung daran aufrufen und diese unterstützen. Als zusätzliche Form des Gedenkens könnte ein Halt des „Zugs der Erinnerung“ angestrebt werden, der Mitte Mai in Berliner Stadtteilen zu sehen sein soll.

 

Dr. Hans Erxleben und Philipp Wohlfeil

 

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