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Stefanie Fuchs

11. September - Tag der Wohnungslosen

Stefanie Fuchs, Sprecherin für Soziales, Pflege, Behinderten- und Seniorenpolitik der Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus nimmt Stellung:

Als erstes möchte ich hier den vielen haupt – und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Wohnungslosenhilfe danken.
Diese Männer und Frauen zeigen uns, was es braucht in dieser Stadt, nämlich Menschlichkeit, Wärme, Zuwendung und Zivilcourage. Und damit sind wir auch schon mitten im Thema. Heute ist der Tag der wohnungslosen Menschen. Dieser Tag gilt Menschen, die Teil unserer Gesellschaft sind. Menschen, die unsere Unterstützung brauchen und nicht unseren Hochmut oder unsere Verachtung. Seit 2016 ging in Berlin ein Ruck durch die Wohnungslosenpolitik. Bereits im Jahr 2017 zeigte sich das in der Kältehilfe. Von ca 630 Plätzen 201672017 in der Kältehilfe gab es eine Steigerung auf 1000 Plätze bereits im Jahr 2017/2018. In der Kältehilfesaison 2019/2020 konnten 1200 Plätze zur Verfügung gestellt werden. Noch wichtiger ist aber hier das Initiieren der ersten Wohnungslosenstrategiekonferenz im Jahr 2018. Zum ersten Mal wurde in dieser Stadt wirklich ein breiter Diskurs über das Thema Wohnungslosigkeit gestartet. Es wurden alle an einen Tisch geholt, die Verwaltungen und zwar alle. Die Vereine und Verbände, die sich jeden Tag in der Stadt für wohnungslose Menschen einsetzen. Und auch, das finde ich besonders wichtig, die Betroffenen. Hier wurde also nicht über wohnungslose Menschen gesprochen, sondern mit ihnen.

Und nein, es sind nicht alle Probleme gelöst worden. Auch nicht mit der 2. Strategiekonferenz. Aber es gibt gute Ansätze und auch erste Schritte, die gegangen wurden. Dazu gehört ganz sicher die Einrichtung einer ganzjährigen Koordinierungsstelle für die Kältehilfe. Dazu gehört auch das Projekt Housing First. Das ist quasi ein Paradigmenwechsel im Bereich der Wohnungslosenpolitik. Hier geht es darum, Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Denn erst dann hat dieser Mensch auch den Nerv dafür, sich mit Ämtern und Krankenkassen auseinander zu setzen, den Weg ins „Regelsystem“ zu finden. Es geht hier aber eben auch, wie in vielen anderen Bereichen, um bezahlbaren Wohnraum. Das zeigt auch die Zahl von 37 000 ordnungsrechtlich untergebrachten Menschen in der Stadt.

Und hier setzt eines der wichtigsten Projekte im Sozialbereich an. Die gesamtstädtische Steuerung der Unterbringung. Mittels dieses Systems wird es möglich sein, quasi „auf Knopfdruck“ wohnungslose Menschen und Geflüchtete, bedarfsgerecht in qualitätsgesicherte Unterkünfte zu vermitteln. Es soll nicht mehr die Frage „Wer ist zuständig?“ im Mittelpunkt stehen, sondern wir lassen uns von der Überlegung leiten, welche Unterstützung und welcher Schutz für die Menschen im Einzelfall notwendig ist.

Auch die erste Nacht der Solidarität fand in unserer Stadt zum ersten Mal statt. Zahlen sind wichtig, um die Angebote für wohnungslose Menschen auch den Bedarfen anzupassen. Das ist ein Thema, dass seit Jahren von den Aktiven in der Wohnungslosenhilfe gefordert wurde. Es geht aber auch um die Versorgung von wohnungslosen Menschen am Tag. Hier müssen wir auch in den Bezirken weiter um entsprechende Angebote werben. Es gibt Bezirke, die sind wirklich gut aufgestellt, wenn es um Tagesstätten für Wohnungslose geht. 

Obdachlosigkeit ist eine der wichtigsten sozialen Fragen in unserer Stadt. Wir müssen diese große Aufgabe alle gemeinsam angehen. Wir müssen gemeinsam die Verantwortung für die Menschen in dieser Stadt übernnehmen. Wir müssen gemeinsam Lösungen finden und Umsetzen. Wir müssen gemeinsam für ein soziales Berlin streiten, diskutieren und arbeiten. Und mit diesem Gemeinsam meine ich Politik, Verwaltung, Haupt- und Ehrenamtliche und natürlich die Betroffenen.

Lassen Sie uns im Sinne der Menschen, die unsere Hilfe brauchen und Teil unserer Gesellschaft sind, miteinander Lösungen finden und Umsetzen.
 


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