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20. Juni 2012 Treptow-Köpenick

Bürgerforum in Adlershof mit Gregor Gysi

In Adlershof faszinierte Gregor Gysi wieder einmal seine Zuhörer bei einem Bürgerforum. Er berichtete vom Bundesparteitag der LINKEN in Göttingen und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass mit der neuen Führung der Partei, unter Katja Kipping und Bernd Riexinger, die unterschiedlichen Interessen zu einem gemeinsamen Handlungskonzept gebracht werden.

Gregor Gysi erläuterte noch einmal die Hintergründe, die zu soviel Unruhe in der Partei führten und damit auch dem Erscheinungsbild der LINKEN in der Öffentlichkeit abträglich sind. Er machte deutlich, dass das Zusammenwachsen der Partei mit soviel unterschiedlichen Biographien und Lebenserfahrungen immer sehr viel Konfliktstoff bietet. Es ist wichtig, führte Gregor Gysi aus, dass die Suche nach Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen mit dem erforderlichen Respekt voreinander erfolgt.

Er stellte, auf Fragen der Gäste, nochmals den Entscheidungsprozess dar, wie es zum Flughafen Berlin Schönefeld kam. Er machte aus seiner Ablehnung keinen Hehl, vor allem prangerte er die Ignoranz der verantwortlichen Politiker beim Umgang mit den betroffenen Bürgern an. Er betonte, dass wirtschaftliche Interessen nicht die gesundheitlichen Erfordernisse überdecken dürfen. Auch das Nachtflugverbot zwischen 22.00 und 6.00 Uhr ist nicht verhandelbar. Die voreilige Benennung eines neuen Eröffungstermins für den Flughafen hält Gregor Gysi für leichtfertig.

Auf Nachfrage führte er aus, dass er davon überzeugt ist, dass der neu gewählte  Parteivorstand unter Katja Kipping und Bernd Riexinger in der Lage ist, die Schwerpunkte linker Politik wieder deutlicher herauszustellen. Auch in der Vergangenheit habe die LINKE die SPD dazu gezwungen, sich mit den Themen Mindestlohn, prekärer Beschäftigungsverhältnisse und mit der öffentlichen Daseinsfürsorge auseinanderzusetzen. Die LINKE sei die einzige Partei die einen strikten pazifistischen Kurs beibehalten hat und sich konsequent gegen die Dominanz der Kapitalmärkte zur Wehr gesetzt hat.

Martin Schmidt-Bugiel