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3. Juni 2010 Treptow-Köpenick

Altstadt Köpenick barrierefrei und Wassertourismus grenzenlos

Die Altstadt Köpenick soll erster barrierefreier Kiez in Berlin werden. Dieses Ziel gehört zu den Schwerpunkten, die sich der Tourismusverein Treptow-Köpenick auf seiner Jahresmitgliederversammlung Ende April gestellt hat. Erforderlich dafür ist für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen ein Mindeststandard an Ausstattung in allen öffentlichen Einrichtungen.

So soll bereits im Herbst ein Audio- und Video-Guide-System zur Verfügung stehen, das von der Deutschen Klassenlotterie gefördert wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist die EU-weite Vermarktung der wassertouristischen Region im Rahmen des ersten Wassertouristischen Projektes des Deutschen Tourismus Vereins.

Berlin zählt hinter London und Paris zu den beliebtesten Stadtreisezielen weltweit. Von diesem Boom profitierten 2009 aber vor allem die Bezirke Mitte und Charlottenburg / Wilmersdorf mit ihrer hohen Dichte an Kultur- und Freizeitangeboten, erklärte Katrin Reiche-Kurz, Geschäftsführerin des Torurismusvereins. Randbezirke müssten durch aufwändiges eigenes Marketing besondere Zielgruppen ansprechen und Standortnachteile zumindest teilweise auszugleichen versuchen.

Deshalb sollten nun vor allem Familien mit Kindern, Menschen im Alter über 50 Jahre, die „sich etwas Gutes tun wollen“ und zunehmend auch Businessgäste geworben werden. Im Bezirk stehen 3.600 Gästebetten zur Verfügung, allerdings waren diese im vergangenen Jahr nur zu 36 Prozent ausgelastet. Die meisten Besucher des Bezirks, etwa 80 Prozent, sind Tagesgäste aus Berlin und Umgebung. Längere Aufenthalte genießen Menschen vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Dem 1991 gegründeten Touristenverein Treptow- Köpenick gehören derzeit 60 Mitglieder an, das sind 37 Firmen und 23 Privatpersonen, größtenteils als Vermieter von Gastunterkünften. Insgesamt bestreiten 12.000 Personen ihren Lebensunterhalt von den Einkünften aus der Tourismuswirtschaft.

Naturgemäß stellt das Brandenburger Umland eine Konkurrenz dar. Ferner wirkt sich nachteilig für die finanziellen Möglichkeiten des Vereins aus, dass Aufträge für Reiseleiter und Stadtführer sehr stark zurück gegangen sind, seit die Stern- und Kreisschiffahrt jetzt ein mehrsprachiges Audio-Guide-System auf ihren Touren einsetzt. Auch beklagen die Mitglieder die zurückgehende finanzielle Unterstützung durch das Bezirksamt, obgleich „die als Beiträge zum Tourismusmarketing aufgewendeten öffentlichen Gelder Wirtschaftsförderung im besten Sinne“ seien.

Wie Bezirksbürgermeisterin Schöttler in einem Bericht an die Bezirksverordneten zur Weiterentwicklung des Tourismus im Mai berichtete, habe eine Lenkungsgruppe unter ihrer Leitung im April erste Leitlinien für die kommenden zwei Jahre festgelegt. So für 2010 „20 Jahre Einheit“ und für 2011 „Eröffnung des BBI“, ferner Wassertourismus und kulturelle Höhepunkte im Bezirk.

Helga Pett im Blättchen 6/2010