Wie kommunistisch ist DIE LINKE? Unter dieser Überschrift hatte die Linksjugend [‘solid] Treptow-Köpenick am Dienstag zu einem Gesprächsabend für junge und alte Genossinnen und Genossen eingeladen, dem rund 20 Gäste nicht nur aus dem Bezirk Treptow-Köpenick gefolgt waren. Anlass war u.a. die teils heftige Reaktion inner- und außerhalb der Partei auf das Interview von Gesine Lötzsch in der Jungen Welt unter dem Titel „Wege zum Kommunismus“.
In einem Impulsreferat erläuterte der ehemalige Sekretär der Programmkommission der Partei DIE LINKE, Bernd Ihme, den Begriff des Kommunismus und verwies auf das Verständnis von Kommunismus in der frühen Arbeiterbewegung und bei den Klassikern Marx und Engels. Das Wort Kommunismus folgt aus dem lateinischen communis, was so viel wie gemeinsam bedeutet und bezeichnet die Lehre von einer klassenlosen Gütergemeinschaft. Ein Vorstellung, mit der sich durchaus alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussion einverstanden zeigten.
Einigkeit bestand auch darüber, dass DIE LINKE aus Erfahrungen der Vergangenheit und mit Blick in die Zukunft einen demokratischen Sozialismus anstrebt. Der Weg zu den Zielen des demokratischen Sozialismus wird als ein demokratischer Transformationsprozess verstanden.
Eine Genossin erinnerte an die klassenlose Urgesellschaft in der Jungsteinzeit, deren Sozialstruktur auch heute noch Vorbild sein könne. Ein anderer Teilnehmer wies darauf hin, dass die stets zentrale Frage sei, welche Rolle das Geld im System und damit auch im Kommunismus spiele und sich davon alle weiteren Aspekte ableiteten.
Allgemein begrüßt wurde der Anstoß der Kommunismus-Debatte als wichtiger Bestandteil in der parteilichen Auseinandersetzung. Als ungeschickt wurde jedoch die Art und Weise wie es dazu gekommen war, empfunden.
Das Schlusswort hatte wiederum der Eingangsreferent, der einen Ausblick über die Entwicklung der Debatte gab und noch einmal ausdrücklich auf das demokratische Grundverständnis der Partei DIE LINKE hinwies, das seinerzeit schon Rosa Luxemburg in Briefen an Lenin forderte. Der Demokratische Sozialismus nämlich ist ein Prozess, dessen Tagesgeschäft sich auch an der Zielvorstellung einer freien, gerechten, friedlichen, solidarischen Gesellschaft messen lassen muss, einer Gesellschaft – wie es im Kommunistischen Manifest heißt – in der die freie Entwicklung der Einzelnen zur Bedingung der freien Entwicklung aller geworden ist.
Johann Eberlein, Vorsitzender der Linksjugend [‘solid] Treptow-Köpenick