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22. Juni 2012 Treptow-Köpenick

Wie weiter mit BER - Voraussehend glossiert

BER – nicht in meinem Namen - Ein aktuelles künstlerisches Installations-Werk von Anke Fountis, das diese Künstlerin „Willy weint“ genannt hat. Es zeigt Willy Brandt, aus dessen Augen ständig Tränen fließen. Darunter steht auf dem Sockel „BER- nicht in meinem Namen“. Die Kleinmachnowerin beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema des neuen Großflughafens und engagiert sich bei den Fluglärmgegnern. Dabei wendet sie sich gegen die Ignoranz und Verlogenheit von Politikern, die wirtschaftliche Interessen über der Lebensqualität tausender Menschen in der Region stellen.

Für März 2013 war der nächste Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen avisiert. Da der automatische Brandschutz noch nicht funktioniert, wurden 600 Billigjober mit Feuerlöschern engagiert. Die Genehmigungsbehörde stimmte zähneknirschend zu. Da immer noch nicht alle Lärmschutzfenster installiert sind, stoppt ein Anwohner per einstweiliger Verfügung die Einweihung. Die Brandenburger CDU-Vorsitzende Saskia Ludwig bringt neuerlich Sperenberg ins Gespräch.

September 2013: Das letzte Lärmschutzfenster ist eingebaut. Jetzt hat sich eine seltene Fledermausart im Hauptterminal eingenistet. Das Landesumweltamt sagt daraufhin die Inbetriebnahme ab. Die Brandenburger CDU schlägt Schönhagen als Alternativstandort vor.

Juni 2014: Jetzt verweigert die deutsche Flugsicherung die Zustimmung. Die Technik im Tower ist schon wieder veraltet. Bundesverkehrsminister Rumseier fordert eine schnelle Klärung. Die Brandenburgische CDU-Vorsitzende Mandy Schmitz schlägt den Standort Finowfurt vor.

November 2014: Willy Brandts Witwe Brigitte Seebacher-Brandt entzieht dem Airport die Namensrechte an ihrem verstorbenen Mann. „Willys Andenken soll nicht durch so ein Pleitenprojekt beschädigt werden.“ Es beginnt die Suche nach einem neuen Namenspatron. Die Berliner CDU will Harald Juhnke ehren. Die Linke Treptow-Köpenick plädiert für Wilhelm Voigt.

Dezember 2016: Die nun in beiden Ländern mitregierende Linke setzt ein generelles Flugverbot zwischen 21.00 und 7.00 Uhr, 13.00 und 15.00 Uhr, am 1.Mai, am Frauentag sowie zum Bölschefest durch. Die Lufthansa droht daraufhin mal wieder mit Abwanderung.

Januar 2020: Der Flughafen Tegel feiert sein 60-jähriges Bestehen. In den Fugen des Schönefelder Hauptterminals wird das erste Moos gefunden. Baufirma und Landesregierungen streiten über die Kosten der Beseitigung. Der Brandenburgische CDU-Vorsitzende Kevin Ruschewsky schlägt Neuhardenberg vor.

Sommer 2023: 10 Kilometer östlich von Slubice eröffnet ein hochmoderner und sicherer Großflughafen. Die polnischen Planer und Arbeiter haben das ganze Projekt innerhalb von 14 Monaten realisiert.

Olaf Liebig