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8. Januar 2018 Stefanie Fuchs

Verliert der Bezirk eine weitere Erholungsfläche?

Ein Grundstück in Wendenschloß, auf dem seit über 50 Jahren eine Natur- und Sportgemeinschaft verwurzelt ist, soll im Auftrag des Bundes an den Höchstbietenden veräußert werden.

Hierzu zu erklären Stefanie Fuchs, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Uwe Doering, Mitglied der BVV Treptow-Köpenick:

„Das Vorgehen der BIMA ist nicht zu verstehen. Dieses Spekulieren mit Flächen muss aufhören.

Das Areal besteht aus vielen kleinen Parzellen, auf denen Familien, Berufstätige und Senioren ihre Freizeit verbringen. Es gibt einen schmalen Zugang zur Dahme, der im Sommer eine Abkühlung und die Möglichkeit des kleinen Wassersports ermöglicht. Einige Nutzer gehören noch zu den Gründern der Siedlung und müssen seit einiger Zeit mit ansehen, wie ihre Parzelle zum Spekulationsobjekt verkommen ist.

Seitdem die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) das Grundstück zum Verkauf vorgesehen hat, wird der Pachtvertrag nur noch jahresweise verlängert. Die dreimonatige Kündigungsfrist soll einem zukünftigen Investor den Rausschmiss der jahrzehntelangen Nutzer so bequem wie möglich machen.

Die BImA lehnt es ab, den Fortbestand der Anlage durch einen, vor Verkauf abgeschlossenen langjährigen Pachtvertrag zu sichern. Das Angebot an die derzeitigen Nutzer, das Grundstück selbst zu erwerben, grenzt bei einem angepeilten Verkaufspreis von knapp 2,5 Millionen Euro an eine Frechheit.

In unserer großen Stadt muss es auch Möglichkeiten zur Erholung für die Menschen geben. Es ist nicht zu akzeptieren, dass hier wieder einmal der Profit vor den Menschen kommt.

Da das Land Berlin das Areal selbst nicht erwerben darf, ohne dort Wohnraum zu schaffen, steht zu erwarten, das Treptow-Köpenick auch dieses Grundstück an einen Investor verlieren wird.“