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6. Juli 2011 Treptow-Köpenick

Künftig die Nr. 1 im Bezirk

DIE LINKE hat für die Wahl am 18. September die derzeitige Sozialstadträtin Ines Feierabend als Bürgermeister-Kandidatin nominiert. Für das „blättchen Treptow-Köpenick“ sprach Ernst Welters mit der „künftigen Bürgermeisterin“.

Noch gut zwei Monate bis zur Wahl. Wir sind sicher, dass die LINKE genug Stimmen erhält, damit Du zur Bürgermeisterin gewählt wirst. Hast Du Dich schon an den Gedanken gewöhnt, künftig die Nr. 1 im Bezirk zu sein?

Na, da bin ich selbstbewusst. Fünf Jahre bin ich jetzt Stadträtin, da ist der Sprung nicht zu groß. Außerdem verfüge ich über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung im Öffentlichen Dienst des Landes Berlin in verschiedensten Funktionen.

Rechnest Du damit, dass die „Anderen“ sich zu einer Zählgemeinschaft gegen Dich verständigen?

Nein, aber ich weiß natürlich, dass einige Parteien in Treptow und Köpenick in der Vergangenheit schon Einiges gegen das Vorschlagsrecht der stärksten Partei zu Wege gebracht haben.

Bislang gab es zwei Frauen im Bezirksamt. Die Kandidatenlage signalisiert diesmal außer Dir nur Männer. Hast Du Angst vor der Rolle einer „Dompteuse“?

Eigentlich nicht. Es sind jetzt auch schon vier Männer im Bezirksamt. Aber es geht ja in erster Linie um überprüfbare Sachentscheidungen. Das Bezirksamt ist ein Kollegialorgan und ich lebe Kollegialität und erwarte sie auch. Ebenso wie ich erwarte, dass gemeinsam Probleme für die Bürgerinnen und Bürger gelöst werden.

Du hast sicher schon ein Programm für die ersten 100 Tage Deiner Amtszeit?

Ach, dann ist ja schon Weihnachten. Auf dem Wunschzettel habe ich vor allem genügend Haushaltsmittel, um die Aufgaben zu erfüllen. Eine erste Probe, um festzustellen, ob in Berlin alle an einem Strang ziehen für starke Bezirke.

Bisher lagen Deine Aufgaben vorwiegend im sozialen Bereich. Wie ist Dein Verhältnis zu Investoren?

Zunächst einmal aufgeschlossen – wenn sie nicht nur fordern, sondern auch Arbeitsplätze schaffen oder erhalten. Und es ist ja nicht so, dass es im Gesundheits- und Sozialbereich keine Investoren gibt. Ich habe sie bisher schon in die Beiräte und Projekte mit einbezogen. Vieles ist von der der BVV abhängig.

Meinst Du Deine Partei, DIE LINKE, ist gut genug aufgestellt, um die nötige Unterstützung zu organisieren?

Die meisten kenne ich ja schon als kompetent und streitbar. Die Jungen (Neuen) bringen sicher noch zusätzlichen Schwung. Einigeln gilt nicht. Ich bin aber auch unvoreingenommen gegenüber Vorschlägen anderer Parteien. Mit Ausnahme einer, auf die können wir gut verzichten.

DIE LINKE fordert stärkere Beteiligung der Bürger in kommunalen Belangen. Befürchtest Du, dass Dir Bürgerinnen und Bürger mit ihren Forderungen und Wünschen auf die Nerven gehen können?

Das ist wohl die Fangfrage, ob ich das Programm der Bürgerkommune ernst nehme? Ich berate mich gern und ich möchte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern den Bezirk gestalten.

Als Bürgermeisterin wirst Du dann vieles eröffnen, nicht nur einen Großflughafen. Liegt dir das?

Na, teils, teils. Aber beim Großflughafen bin ich skeptisch, ob die Menschen im Bezirk sich darüber freuen.

Nun bist Du seit fünf Jahren im Bezirk tätig. Hand aufs Herz: bist Du denn gerne gekommen und was noch wichtiger ist, willst Du auch noch gerne bleiben?

Ich wollte vor fünf Jahren politische Verantwortung übernehmen und habe die Entscheidung für Treptow-Köpenick nicht bereut. Ich bleibe hier gern, auch weil ich noch nicht alle meine Ideen umgesetzt habe.

Was fällt Dir bei der Frage nach drei kompetenten „Grazien“ aus dem Osten ein?

Dass ich jetzt keine Zeit zum Schwätzen mehr habe, sondern in den Wahlkampf muss. Sonst bekomme ich Ärger mit Dagmar Pohle und Christina Emmrich, die schon für starke Bezirke streiten.

Vielen Dank für das Gespräch.