Eine Premiere fand in der Treptow-Köpenicker Bezirksverordnetenversammlung statt: Berlins erster Einwohnerantrag war erfolgreich eingereicht worden und fand die Zustimmung der Bezirksverordneten. Die Initiatoren verlangen vom Bezirksamt, zwei Hundeauslaufgebiete jeweils in Treptow und Köpenick einzurichten.
Es solle Hundebesitzern ermöglicht werden, ihre Hunde in dafür festgelegten Arealen frei laufen lassen zu können, ohne gegen das Gesetz und die Vorschriften zu verstoßen. „Ein Hundeauslaufgebiet vermindert Konfliktpotential in Grünanlagen, gerade im Hinblick auf Kinder und Nichthundebesitzer“, so Thomas Steinbrecher, einer der Einreicher. Nach dem Vorbild des Auslaufgebietes im Grunewald könne es darüber hinaus Impulse für die Gastronomie und das Freizeitgewerbe im Bezirk schaffen. Regelmäßiger Freilauf von Hunden vermindere außerdem Aggressionen beim Hund und sei ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz.
Die Fraktion DIE LINKE unterstützt grundsätzlich das Anliegen einer artgerechten Tierhaltung. Allerdings blieben auch Fragen offen und grundsätzliche Zweifel. Weder ist geklärt, wo und in welcher Größe die Flächen entstehen sollen, noch ob die Tierhalter selbst für die Bewirtschaftung der Gebiete aufkommen und ob es überhaupt richtig ist, eine öffentliche Fläche all den Menschen zu entziehen, die sich vor freilaufenden Hunden fürchten. Deshalb hat sich etwa die Hälfte der Fraktionsmitglieder der Stimme enthalten, die anderen haben dem Antrag zugestimmt.
Philipp Wohlfeil