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2. Mai 2010 Treptow-Köpenick

Programm „Aktiv im Alter“ in Johannisthal und Adlershof

Der Johannisthaler Park wurde ebenfalls besichtigt.

Im Johannisthaler Kiez rund um die Seniorenfreizeitstätte im alten Rathaus und im Kiez um die Alte Schule in der Adlershofer Dörpfeldstraße wird seit Mitte des vergangenen Jahres den Wünschen älterer Menschen sehr viel Beachtung geschenkt. Aufgefordert aufzuschreiben, was sich in ihrem Umfeld verändern sollte, damit auch Senioren im Kiez gute Lebensbedingungen vorfinden, wurden viele Wünsche aufgelistet.

Die Zettel, die aus den beiden Sonderbriefkästen herausfielen, offenbarten,dass Johannisthaler und Adlershofer Senioren noch aktiv sein möchten, dazu aber Rahmenbedingungen brauchen. Dabei geht es nicht nur um Erhalt und Öffnungszeiten der Freizeitstätten, für die 8.000 Unterschriften gesammelt wurden, es betrifft sportliche Betätigung, Transport, Sicherheit und Sauberkeit auf den Straßen, Sitzmöglichkeiten auf längeren Gehwegen und vieles mehr. Die beiden Kieze profitieren bis zum Herbst dieses Jahres von einem Programm „Aktiv im Alter“ für rund 150 deutsche Kommunen, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Das Sozialamt hatte sich bei der Ausschreibung des Programms beworben, weil schon jetzt im Bezirk etwa 30 Prozent der Bewohner über 60 Jahre alt sind.

Inzwischen gab es in beiden Kiezen Veranstaltungen in der Art von Zukunftswerkstätten, wo Wünsche und Bedürfnisse sortiert, besprochen, Prioritäten und Wege zur Verwirklichung überlegt wurden. Sowohl in Johannisthal als auch in Adlershof gibt es ein Team, in dem aktive Senioren, unterstützt von Vertretern des Sozialamtes und der Kiezzentren, sich um die Verwirklichung der Wünsche bemühen. Allerdings müssen die Bürger selbst aktiv werden, die Fördermittel sind eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Bei den monatlichen Zusammenkünften der beiden „Aktiv im Alter“-Teams haben sich inzwischen die dringlichsten Probleme herauskristallisiert. In beiden Ortsteilen geht es besonders um fehlende Sitzplätze zum Ausruhen und Durchatmen. In Adlershof gibt es für ältere Menschen vom Bahnhof bis zum Ende der Dörpfeldstraße kaum eine Bank zum Verweilen. Für den 6. Mai 10 Uhr ist ein Rundgang mit den Stadträten Hölmer und Schneider geplant, wo dies sicher auch zur Sprache kommt. An einer Mitmach-Putzaktion des Bürgervereins Adlershof und der Freiwilligen Feuerwehr hatten sich am 10. April über 30 Bürger beteiligt.

Bei einer Busrundfahrt zwischen Teltowkanal und Königsheide hielten die interessierten Johannisthaler Senioren ebenfalls nach Sitzbänken Ausschau. Am Sterndamm wären vor der Kirche und in Johannisthal-Süd wenigstens eine an den Haltestellen wünschenswert. Ebenso in Nähe des dortigen Kaiser´s Supermarktes, auf der Südostallee zwischen Sterndamm und Seniorenheim und am Hauptweg in der Königsheide.

Den „Aktiv im Alter“-Teams ist klar, dass sich nicht alle Wünsche automatisch erfüllen, deshalb wird in jeder Beratung auch überlegt, welche Institution, welcher Verein oder Sponsor dafür gewonnen werden könnte. Um Hilfe, aber auch Aufklärung ging es kürzlich, als sich das Ordnungsamt in der Johannisthaler Seniorenfreizeitstätte vorstellte. Amtsleiter Twirdy ging dabei geduldig auf jede Frage ein, wobei es um die Sicherheit beim Überqueren von Straßen und auch um den Hundekot auf vielen Gehwegen ging. Das Problem Hundetoiletten und Sauberkeit, so Amtsleiter Twirdy, wird auch bei einer geplanten Diskussionsrunde des Ordnungsamtes mit den Wohnungsgesellschaften, der BSR und dem Grünflächenamt eine Rolle spielen, die noch im Sommer stattfinden soll.

Zu den Problemen, die aktive Adlershofer Senioren bei bestem Willen nicht allein lösen können, gehören das Öffnen des hinteren Eingangs zum Friedhof in Adlershof und der Einsatz von Niedrigflurbahnen sowie eines wöchentlichen Busshuttles zur Schwimmhalle im FEZ. Ende April wird bereits ein erster Erfahrungsaustausch des Bundesprogramms „Aktiv im Alter“ mit anderen deutschen Kommunen in Halle stattfinden, an dem zwei Seniorinnen des Bezirks teilnehmen. Im September werden dann Senioren aus Johannisthal und Adlershof auf Abschlussveranstaltungen des Programms über ihr Engagement und ihre Erfolge berichten.

Helga Pett im Blättchen 5/2010