Zum Vorschlag der Deutschen Flugsicherung für die künftigen Flugrouten am Flughafen Berlin Brandenburg erklärt Umweltsenatorin Katrin Lompscher
„Der allgemeine Tenor, es sei mit den Flugrouten eine verträgliche Lösung gefunden worden, gilt vor allem für die Region westlich des Flughafens. Den Bewohnerinnen und Bewohnern im Südosten Berlins - in Bohnsdorf, Karolinenhof und Müggelheim - bringt der Vorschlag der Deutschen Flugsicherung hingegen mehr Lärm. Es ist gut und letztlich Ergebnis des breiten Bürgerengagements, dass die Deutsche Flugsicherung (DFS) ihre ursprüngliche Konzeption für die An- und Abflugrouten des Flughafens BER stark überarbeitet hat. Damit wird vor allem für die westlichen Abflugrouten die Zahl der Lärmbetroffenen deutlich reduziert.
Flugzeuge mit dem Ziel Norden und Osten müssen zudem beim Überflug über Berlin eine Mindesthöhe von rd. 2.400 m haben. Damit ist eine wesentliche Anregung der Immissionschutzbehörden der Länder Berlin und Brandenburg teilweise aufgegriffen worden. Die bisherige Mindestflughöhe betrug lediglich rd. 1.600 m (entspricht 5000 ft.). Danach war es zulässig, die von der Flugsicherung vorgegebenen Routen zu verlassen. Mit der Erhöhung der Mindestflughöhe wird die Lärmbelastung für die Bewohnerinnen und Bewohner der überflogenen Gebiete deutlich zurück gehen.
Ich bedaure allerdings, dass die DFS dem Antrag nicht entsprochen hat, die Mindesthöhe für Abweichungen von den vorgesehenen Flugrouten von 5000 ft. auf 10.000 ft zu erhöhen. Damit bleibt es bei der Unsicherheit für potentiell Lärmbetroffene.
Für Abflüge in Richtung Osten sind aufgrund des stadtnahen Standortes weiterhin Beeinträchtigungen zu erwarten und Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag nur für die Südbahn festzustellen. Für die Nordbahn wurden zwei Flugregime für in Richtung Osten startende Flugzeuge festgelegt. Demnach werden rd. 120 Flugzeuge täglich in 1.100 m Höhe die Route über das wichtigste östliche Naherholungsgebiet, den Müggelsee nehmen. Rund 50 Flugzeuge werden täglich Karolinenhof streifen und in einer Höhe von rd. 1.050 m Müggelheim überfliegen. Damit soll eine verträglichere Verteilung der Lärmbelastung erreicht werden. Mit der nun auch von der Flugsicherung vorgeschlagenen scharfen Südabkurvung wird es hingegen gelingen, dicht besiedelte Wohngebiete zu umfliegen und damit zu entlasten.
Der Berliner Südosten kann künftig stärker vom Fluglärm entlastet werden, wenn das Betriebsregime bei Ostabflügen so gestaltet wird, dass die meisten Starts von der Südbahn erfolgen. Das erscheint möglich, ohne den unabhängigen Parallelbetrieb generell aufzugeben. Hier bleibt das Land Berlin als Miteigentümer der Berliner Flughafengesellschaft in der Verantwortung.
Für die ab 2012 zu aktualisierende Lärmminderungsplanung wird die Entlastung Betroffener vom Fluglärm eine neue Aufgabe sein. Eine Voraussetzung dafür ist die konsequente Umsetzung der rechtlich vorgeschriebenen Lärmschutzmaßnahmen. Vorgesehen ist darüber hinaus die Etablierung eines Monitorings der Gesundheitssfolgen gemeinsam mit Brandenburg.“