Traditionell lädt DIE LINKE seit 1991 zu Pfingsten an den idyllischen Werbellinsee im Biosphärenreservat Schorfheide-Chrorin nördlich von Eberswalde. Auch der Parteinachwuchs aus Treptow-Köpenick fährt jährlich in die ehemalige Pionierrepublik »Wilhelm Pieck«, die 1952 nahe dem Örtchen Altenhof eingeweiht worden war und heute unter Denkmalschutz steht. In der DDR galt eine Einladung in das am sowjetischen Allunions-Vorbild Artek auf der Krim orientierte zentrale Pionierlager als besondere Auszeichnung und karriereförderlich. Heute steht die »Europäische Jugend- und Begegnungsstätte« allen offen, die sich rechtzeitig anmelden und mit Westgeld bezahlen.
Zum Zwecke von Agitation und Propaganda finden zu Pfingsten Gesprächsrunden mit dem Führungspersonal der Partei statt. So ließen sich unter anderem die neue Parteivorsitzende Gesine Lötzsch und Brandenburgs stellvertretender Ministerpräsident Helmuth Markov am Werbellinsee blicken. Am Infostand der parteiinternen Arbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft waren für richtige Antworten im Quiz zu Werbezwecken gefertigte Zollstöcke der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt zu gewinnen und »Cuba Sí« verkaufte Cocktails zugunsten von Hilfsprojekten auf der Karibikinsel.
Darüber hinaus wurden sportliche Wettbewerbe in Fuß- und Volleyball ausgetragen, wobei Treptow-Köpenick in der drittbesten Volleyballmannschaft vertreten war. Herzlichen Glückwunsch, Tino! In den vergangenen Jahren lud der See zum Baden ein. Dafür war es in diesem Jahr allerdings bei maximal 20 Grad Außentemperatur zu kalt. Unbeeindruckt vom mäßigen Wetter wurde die alte Turnhalle am Rande des Geländes auch dieses Mal zum Tanzlokal verwandelt, in dem wieder DJ Ecco aus Rostock Schlager- und Popmusik einspielte. Der morgendliche Auftritt eines Spielmannszuges und das Pfingstfeuer der Altenhofer Freiwilligenfeuerwehr, das 2009 ausgefallen war, rundeten das Wochenende exotisch und volkstümlich zugleich ab.
Philipp Wohlfeil