Wer aus Karolinenhof und Schmöckwitz täglich in die Stadt fahren muss, um seine Brötchen zu verdienen und auf die Berliner S-Bahn angewiesen ist, weiß sein Leid zu klagen. Die Reisenden berichten von bis zur vier Stunden, die sie bei Schnee und Matsch, täglich verlieren.
Der Bahnchef Grube schiebt die Verantwortung auf die Hersteller der S-Bahnzüge. Die Züge seien mit schlechter Technik ausstattet und daher für das kalte Wetter nicht tauglich. Die Frage ist erlaubt, wieso mit den gleichen Zügen das Problem nicht vorhanden war, als es noch genügend Personal bei der S-Bahn gab?
Wir erinnern uns genau an die Appelle der Gewerkschaft, die vor einem Zusammenbruch der S-Bahn Dienste warnte, wenn mit Personalentlassungen weiter so fortgesetzt werden würde. In den letzten Jahren hat die Deutsche Bahn ihren Geschäftsbereich kräftig internationalisiert. Dies ist durch die falschen Weichenstellungen leider auf Kosten des Personennahverkehrs gegangen.
Mit Wehmut erinnern wir uns an die alten ausrangierten S-Bahnzüge - die sind bei jedem Wetter gefahren. Manch Berliner S-Bahnfahrer würde lieber die harten Holzbänke unter seinen vier Buchstaben dulden und dafür auf die tägliche Tortur bei den „vollklimatisierten“ Zügen verzichten.
Erschienen in der Karoline 1/2011